Rheumaliga und Bewegung

27.08.2019

Im Fall von rheumatoider Arthritis genießt sportliche Betätigung unterschiedliches Ansehen. Die Ärzte behaupten unisono: "Sie müssen sich bewegen, sonst können Sie invalide werden. Machen Sie Ausdauersport." 

Der gemeine Rheumatiker sagt: "Bewegen? Tut ja echt so schon weh genug. Was weiß der Arzt schon, der hat ja nix".

Ich hab die Erfahrung gemacht, Sport tut weh - aber kein Sport tut weher. Gelenke, die nicht genügend bewegt wurden, neigen zu Versteifung, Bänder und Sehnen, die nicht gedehnt werden, führen zu Fehlfunktionen der Gelenke - und so zu mehr Schmerzen.

Sanfter Ausdauersport wirkt gegen Entzündungen - den Hauptfeind der Gelenke - und macht den Körper beweglicher.
Viele Rheumatiker fühlen sich im warmen Wasser wohl, die Gelenke können bewegt werden, ohne sie zu belasten. Im Wasser wiegt man ja praktisch nix.

Ich war heute zum Funktionstraining, wie es von der Rheumaliga angeboten wird. Rheumatiker (Diagnose rheumatoide Arthritis) dürfen diese Form der Wassergymnastik zwei Jahre auf Rezept bekommen (einmal pro Woche eine halbe Stunde) und zahlen nur einen kleinen Eigenanteil. Das Budget des Hausarztes wird nicht angetastet.
Die Gymnastik erfolgt in festen Kleingruppen und schon das führt zu sehr viel Spaß. 

Leid verbindet - gemeinsames Üben von Unmöglichem auch: 
Versuchen Sie mal, gleichzeitig den angewinkelten linken Arm zum Körper hin- und den angewinkelten rechten Arm vom Körper wegzubewegen, so wie beim Auf- und Abwickeln von einer Rolle. Das geht schon ohne Wasser nicht, geschweige denn, dieses steht einem bis zum Hals.

Foto: istockphoto