Positive Affirmation

23.08.2019

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Wer lernen muss, neu mit einer chronischen (Schmerz-)Erkrankung zu leben, neigt vielleicht zu einer pessimistischen Lebensweise: "Oh, es wird immer schlimmer werden", "Ich halte das nicht mehr aus!", "Mein Leben hat sowieso keinen Sinn mehr", "Niemand will mit mir zu tun haben" - Die Mundwinkel zeigen nach unten, und solche Stoßseufzer können einen und die anderen drumrum wirklich richtig runterziehen. Dann fällt es allen schwer, aus dem Tief wieder raus zu kommen.

In der Reha in Bad Pyrmont, in der ich auch psychologisch betreut wurde, habe ich das Prinzip der positiven Affirmation kennengelernt. Es ist die Umkehrung des Pessimismus. Dies hat nichts mit Esoterik zu tun, sondern nutzt die Tatsache, dass unser Gehirn sich leicht beeinflussen lässt:
Stell dich vor einen Spiegel und lächle dein Spiegelbild an - dein Gehirn denkt, irgendwas ist lustig - und die Stimmung steigt.

Nur gibts manchmal nicht viel zu lächeln, wenn der Kopf, die Gelenke oder der ganze Körper schmerzen. Deswegen muss man einen Trick anwenden. An einen Ort, den man regelmäßig besucht (Badezimmerspiegel?), hängt man eine witzige, positive, zuversichtliche Botschaft. Das kann eine Postkarte mit einem Spruch drauf - oder eben eine echte Affirmationskarte sein, wie man sie als Set im Buchhandel kaufen kann. Nach und nach nimmt das Auge diese Botschaft gar nicht mehr wahr - aber im Unterbewusstsein wird der Karteninhalt weiter verarbeitet.

Ob das Sinn macht, sollte man ausprobieren, indem man sich selbst den Kartenspruch laut vorliest. Wenn sich das wie Nonsens anhört, einfach eine andere Karte nehmen.

Mir hat das schon manche helle Stunde beschert, wenn ich eigentlich ins Kissen weinen wollte.

Karte: RANNENBERG & FRIENDS RF7174