Nicht lieferbar

14.01.2020

Kennen Sie das? Sie haben so einen Durst auf ein Glas Bier und nix im Haus? Auf ein Glas Wein, Apfelsaft Coca-Cola? Sie fahren in den Markt Ihres Vertrauens und stellen fest - ausverkauft. Sie fahren einen Markt weiter - nicht erhältlich. Ok, einen noch - auf unbestimmte Zeit nicht lieferbar.

Gibts nicht in Deutschland? Stimmt. Verlässliche Produzenten. Klug eingerichtete Lieferketten führen zu stets vollen Regalen und glücklichen Verbraucher*innen.

Ganz anders sieht das momentan in Deutschland für Medikamente aus. Stellen Sie sich jetzt vor, Sie wären Chroniker. Sie bekommen ein wichtiges, vielleicht ein überlebenswichtiges Medikament verschrieben. Sie gehen in die Apotheke. Die Apothekerin schaut sie mitleidig an. Stöhnt ein wenig. Und sagt: So schlimm wars noch nie. So viele Medikamente waren noch nie nicht verfügbar. Ihrs ist leider dabei. Engpass.

Gerade heute bin ich wieder einem Medikament hinterhergelaufen. Nichts Lebensnotwendiges. Nur ein Schilddrüsenhormon. Aber ich musste wieder zurück zum Arzt. Das Rezept tauschen lassen. Die Arzthelferin schaute mich mitleidig an. Stöhnte ein wenig. Und sagte: So schlimm wars noch nie... 

100 à 50 nehme ich sonst. 50 à 100 jetzt. Und einen Tablettenteiler... Geht ja noch.

Wenn chronische Krankheiten uns nicht so müde machen würden. Wenn wir als Kranke weniger Schmerzen hätte, gesünder wären. Dann würden wir einen Fackelzug organisieren. Zum Gesundheitsminister. 

Ach, einen MEDIKAMENTENMITTWOCH würden wir ausrufen. Mit Mahnwachen. Mit gelben Westen. Mit Regenschirmen. Mit Streiks. Mit Treckerkorso nach Berlin...