Mein Warum

09.04.2021

Warum bin ich hier und wer bin ich?

 Im letzten Herbst saß in meiner Sprechstunde wieder eine junge Mutter. Sie konnte ihr 8 Monate altes Baby vor lauter geschwollener Gelenke und Schmerzen nicht halten und nicht versorgen Zuvor war das Rheuma stabil, aber vor einer Schwangerschaft habe man ihr von den Medikamenten abgeraten. Sie beendete ein Medikament, das als absolut sicher für das Ungeborene gilt - weil sie es nicht besser wusste.

Seit meinem 6. Lebensjahr hatte ich es im Sinn, dass ich Internistin werde. Gut, in der Grundschule gab es zwei Wochen lang die Idee, Lehrerin zu werden. Aber dann sah ich die Heftstapel zur Korrektur... (an dieser Stelle mein Respekt für alle Lehrerinnen unter uns!).

Zu Schulzeiten habe ich tatsächlich alle Praktika in der Medizin gemacht. Nach dem Studium wollte ich nur eins: Als Ärztin wachsen, aber bitte keine Rheumatologie! Warum? Weil mein Vater Rheumatologe war. Es folgten fast sechs Jahre in der Akut- und Notfallmedizin. Bis eine halbe Stunde in einer Rheumapraxis genügte, um mir meinen Platz zu zeigen: Hier und nirgendwo anders. 

Seit mehr als 10 Jahren fahre ich mit großer Freude zur Arbeit, Tag für Tag.

 Als Ärztin für Rheumatologie sehe ich täglich Patientinnen und Patienten, die begeistert ihre Energie und ihren Optimismus um sich versprühen. Leider erlebe ich auch immer wieder Schicksale von Menschen mit entzündlichem Rheuma, die mich sehr betroffen machen.

Es ist ja so viel möglich: Krankheit auf (fast) Null zu bringen, Familie gründen, gesunde Kinder zur Welt bringen. Verständnis der Gesundheit und der Krankheit: moderne Medikamente machen es möglich 

Wie in jeder Facette des Lebens: Du musst die Dinge verstehen, um souverän entscheiden zu können. Deshalb bin ich hier!