Lola Randl: Der große Garten

15.09.2019

REZENSION

Da hat mir jetzt eine den Spaß an den Büchern der Longlist zum Deutschen Buchpreis gründlich verleidet. Von dem unsäglichen Enzyklopädie-Roman "Der große Garten" der Autorin und Filmemacherin Lola Randl wurde mir der gesamte Sonntag verdorben.

Hatte ich nach dem Cover an eine Geschichte aus dem Paradies gedacht, landete ich eher in der Hölle der Dorfgeschichten. Dorf, Biene, Geliebter, Psychiater, thumbe Erzählerin. Das alles können andere Autor*innen viel besser, heißen sie nun Dörte Hansen, Juli Zeh, Karen Köhler, Norbert Scheuer oder sonst wie.
Mein eReader hat mitgezählt: Fast ein Viertel der Geschichte von Irmi, Hermann, der Mutter, der Psychiaterin, dem Gustav und dem anderen Kind, dem Abraham und dem Schwanz vom Analytiker (von den Quecken, Kartoffeln, der Winde und dem Drohn erst gar nicht zu reden) habe ich über mich ergehen lassen, bis ich aufgegeben habe.

Gegen diese doofe Erzählerin mit dem altklugen Gerede klingt jede "Sendung mit der Maus" wie eine geisteswissenschaftliche Vorlesung. Dieses Bildungsfernsehen hätte ich gucken sollen, statt zu lesen, dann wüsste ich jetzt sicher was Neues.

Nun bleibt mir nur noch, mich mit dem neuen Stephen King aufs Sofa zurückzuziehen und erst übermorgen wieder zum Buchpreis zurückzukehren, um zu erfahren, wer es denn nun tatsächlich auf die Shortlist geschafft hat.