Literaturnobelpreis 1991: Nadine Gordimer

01.07.2020


Nadine Gordimer wurde am 20. November 1923 in Springs, Transvaal (heute Gauteng),  Südafrika, geboren. Ihre Eltern waren jüdische Immigranten: der Vater stammte aus Litauen, die Mutter war Engländerin. Nadine begann mit neun Jahren zu schreiben, sie war fünfzehn, als ihre erste Kurzgeschichte veröffentlich wurde. 

Es folgten ein kurzes Intermezzo an der Universität von Johannesburg, die sie nach einem Jahr und ohne Abschluss wieder verließ sowie zahlreiche Reisen.

1949 heiratete sie den Zahnarzt Gerald Gavron. 

1950 kam die gemeinsame Tochter Oriane zur Welt und Nadine Gordimer gelang es, eine Erzählung im New Yorker zu veröffentlichen.

1952 erfolgte die Scheidung von Gavron.

Ab 1954 war sie mit dem Berliner Galeristen Reinhold Cassirer verheiratet. Gemeinsam mit ihm hatte sie einen Sohn, den späteren Filmemacher Hugo Cassirer.

1974 wurde sie für The Conservationist (Deutsch als: Der Besitzer - 1977)  mit dem Booker Prize ausgezeichnet.

Nadine Gordimer war von Anfang an in der Anti-Apartheid Bewegung aktiv. Schon als Kind hatte sie es nicht ertragen können, dass ihre schwarzen Freund*innen die örtliche Leihbücherei nicht benutzen durften.

Als eine der prominentesten weißen Intellektuellen ihres Landes fordert sie im In- und Ausland immer wieder das Recht auf freie Meinungsäußerung und allgemeine Wahlen ein. Ihre persönliche Aufgabe aber sah sie im Schreiben. Viele ihrer Bücher wurden vom Südafrikanischen Regime verboten.

Verschiedene Universitäten in den USA, Großbritannien und Israel verliehen ihr die Ehrendoktorwürde. Auch Universitäten ihres Heimatlandes, Südafrika, zeichneten sie so aus. Sie war Vizepräsidentin des Internationalen PEN und Trägerin des französischen Ordens der Künste und Literatur (Commandeur de l'Ordre des Arts et des Lettres ).

Von 1948 bis zu ihrem Tod am 13. Juli 2014 lebte und arbeitete Nadine Gordimer in Johannesburg.