Lidrand-Pflege - ein wichtiges Ritual

22.02.2021

Viele Rheumatiker (und nicht nur die) haben Probleme mit den Augen. Das muss gar nicht unbedingt eine weitere Erkrankung sein, wie das Sicca-Syndrom, an dem außer den Augen auch Nase und Mundraum beteiligt sind. Sondern vielleicht so wie bei mir: immer wiederkehrende Gerstenkörner, die morgens zu einem total schmerzhaft verklebten Auge führen. Salben vom Augenarzt helfen nur kurzfristig, sobald sie abgesetzt werden, geht der Spuk von vorne los. 

Gegen trockene Augen helfen ja flüssige Tränen, aber die sind ziemlich teuer in der Anschaffung - und werden leider von den Krankenkassen nur in Ausnahmefällen übernommen. Was also tun?

Natürlich sollte der erste Gang immer zum Augenarzt führen, um ernsthafte Erkrankungen auszuschließen. 

Meine Augenärztin empfiehlt mir Lidrand-Pflege. Am Rand der Augenlider liegen die Meibom-Drüsen, benannt nach dem Arzt und Anatomen Heinrich Meibom (1638-1700). Diese Talgdrüsen versorgen bei gutem Zustand die Tränenflüssigkeit mit einer leichten Portion Fett, damit sich auf dem Auge ein schöner Tränenfilm bildet. Wenn der Film reißt, führt das zum trockenen Auge. Das kennt inzwischen fast jede*r, denn wir Computertäter blinzeln zu wenig, wenn wir auf den Bildschirm starren.

Erste Phase der Lidrandpflege ist deshalb, die Lider zu erwärmen, damit der Talg in der Drüse sich wieder verflüssigt. Dafür einen guten alten Waschlappen nehmen, ihn in heißes Wasser legen - und den durchgewärmten Lappen (ersatzweise Pads) sanft auf die Lider drücken. Das regelmäßig angewendet, wirkt wahre Wunder.

Was ist jetzt mit den Gerstenkörnern? Am Lidrand sammelt sich nicht nur krümeliger Talg, sondern auch Schüppchen, Staub und sonstiger Schmutz. Um das wegzubekommen, müsste man stark rubbeln. Am Auge stark rubbeln macht aber keiner, das macht Falten und schadet eher als es nützt.

Dafür hat die Kosmetikindustrie was Tolles erfunden, das Mizellenwasser. Einfach auf Pads träufeln - und sanft über die Augenlider fahren. Ängstliche und Empfindliche reinigen danach noch mal mit Wasser.  Über das Mizellenwasser wird natürlich (wie über alles) im Internet erbittert gestritten.

Für mich gilt: Seit ich es so mache, sind die Augenprobleme gebannt.

Wem das mit den dann Mizellen zu utopisch klingt, kann auch Rosenwasser benutzen. Das natürlich aus biologischem Anbau. Ich benutze das Rosenwasser gerne, wenn die Augen gerötet und angestrengt sind, lasse die Pads auch mal länger auf den Augen liegen.

Nach beidem kann man in der Apotheke fragen, findet es aber auch in der Drogerie. 

Wichtig ist vor allem eins, nämlich die Lidränder im Auge zu behalten!