Kristin und die Männer

02.03.2020


Rund um Kristin geht es wirklich richtig spannend weiter. Als sie das 15. Lebensjahr erreicht hat, wird auf dem Thing festgelegt, dass sie heiraten soll. Der vielversprechende Kandidat heißt Simon Andressohn, sieht ganz gut aus, ist ein bisschen zu dick aber trotzdem gut beweglich, etwas vorlaut

aber Lavrans meinte, er zeige doch guten Verstand und auch Kenntnisse, wenn er mit älteren Männern spreche

Ragnfrid mag ihn, die kranke Ulvhild mag ihn sehr, er kümmert sich rührend um sie.

Die weise Aashild ergeht sich in Rätseln über ihn, möchte lieber einen mageren, schwermütigen Mann zum Zusammensitzen und Plaudern -   kommt dann aber doch zum Schluss

Dann würde ich sagen, du könntest mit niemand besser fahren als mit Simon.

Kristins Brauttruhe füllt sich. Ein bisschen freut sie sich auch auf Simon.

Aber sie liebt auch ihre behinderte Schwester. Ihr ist klar, wenn sie selbst heiratet, muss Ulvhild ins Kloster. 

Kristin geht mit sich selbst ins Gericht, schätzt sich selbstkritisch ein -  und kommt zum Schluss:

Aber sie wollte nicht den Glauben besitzen, sie liebte Christus und seine Mutter und die Heiligen nicht so sehr, - sie liebte die Welt und sehnte sich nach der Welt.

Sie streift noch kurz den Gedanken, dass sie selbst ein Wunder wirken könnte, die Schwester gesund würde, wenn Kristin sich opferte... Aber. Nein.

Nun gibt es außer Simon noch Arne. Das ist der Freund aus Kristins Kindertagen, entstammt leider einer glücklosen Familie. Die beiden sind wie Geschwister aufgewachsen. Und Arne liebt Kristin. Er ruft sie an einen geheimen Ort und fragt , ob sie sich nicht trauen könnte, den Vater zu überreden, diese Hochzeitssache nach hinten zu verschieben, damit er - als gemachter Mann zurückkommen - und der bessere Ehemann für Kristin sein könnte.

Sowas traut sie sich aber nicht, auch wenn sie bisher nur versprochen, aber nicht verlobt wurde.

So küssen die sich ein bisschen - und er muss los.

Sie hatten sich abseits der Höfe getroffen, so dass Kristin jetzt einen Fußmarsch zurück machen muss.

Da überholt sie der Enkel von dem netten Dorfpriester. Bentein, er ist betrunken - und versucht, Kristin zu vergewaltigen. Sie könne die Sache mit der verlorenen Unschuld dann ja auf Arne schieben. Sie kann sich wehren, hätte auch ein Messer benutzt und ihn abgestochen, wenn sie es nicht im Kampf verloren hätte. So bleibt ihr nur ein Stein, mit dem sie ihn abwehrt. So kann sie flüchten Und sie geht los und berichtet die Sache sofort. Zuerst seiner Mutter. Und sie verlangt, dass der Typ weit weggeschickt wird. 

Nachts hat sie jetzt Rachegedanken:

Dann dachte sie sich aus, wie sie Bentein getötet oder geblendet haben würde. Die einzige Erleichterung für sie war, in Racheträumen gegen diesen häßlichen dunklen Mann zu schwelgen, der ihren Gedanken immer im Weg stand (...) Bentein hatte es doch erreicht, die Jungfräulichkeit ihres Gemütes zu zerbrechen.

Bentein wird tatsächlich weggeschickt - und bringt Arne um.

Bentein wird in Ketten gelegt, aus der Kirche ausgestoßen und gehängt, der Bischof selbst kümmert sich darum.

Unter den Bewohnern im Tal kommt indes die Diskussion über den Zölibat auf:

In den Gemeinden auf dem Lande fanden die Leute es unvernünftig, daß die Priester wie Mönche leben sollten, da sie doch auf den Höfen Frauenhilfe nötig hatten (...) Die Leute erinnerten sich auch, daß es noch gar nicht so lange her war, daß die Priester in Norwegen verheiratet waren. Deshalb hatte es niemand Sira Eirik groß zur Last gelegt, daß er drei Kinder von der Schaffnerin hatte, die in seinen jüngeren Jahren bei ihm gewesen war. 

Aber an diesem Abend sagten sie doch, es sähe so aus, als wolle Gott Eirik für dieses sein Buhlleben strafen, da seine Kinder und Kindeskinder ihm soviel Böses zufügten.