König wirst du in Polen sein und Erlöser

04.01.2020

Die Jakob-Sache in Saloniki ging dann doch noch schief. Es gab Widersacher, Widerreden, sogar einen Mörder, den Jakob zu fürchten hatte.

Es half nichts, wir mussten Saloniki den Klauen des Bösen überlassen. 

III Das Buch der Wege

Die Zeit: ab Oktober 1755

Orte: Czernowitz, Rohatyn

Mit zwei Fuhrwerken und mehreren Reitern geht es gen Norden, nach Polen, Polin, Polska.

In Czernowitz, im Fürstentum Moldau, besuchen sie vorher noch Jakobs Vater. Der spricht über den Traum, den er auch schon  träumte.

Alle hier haben den selben Traum (...). Allen träumt, in einer Stadt, hier in der Nachbarschaft sei bereits der Messias, nur erinnert sich keiner an den Namen der Stadt oder des Messias.

Das alles wird sich ändern. Doch dafür braucht es einen, der Propaganda betreibt für die große Sache, den Jakob zum Messias zu machen. Denn im armen Polen hat es das Vertrauen schwer mit dem Wachsen.

Ein Armer kann sich nicht viel Vertrauen leisten. Ehe der Dicke dünn wird, stirbt der Dünne", sagt man hier.

Und der Jakob plant eine große Sache. Aus den drei Religionen will er die Samenkörner der Offenbarung herauslösen (....) In der neuen Religion dann, werden die drei Religionen zu einer verschmolzen.

Da ist es gut, dass sich Rabbi Nachman, der Chronist des Jakob, eher als Autor versteht, denn als Journalist.

Man darf Nachman nicht alles glauben, was er erzählt, und erst recht nicht alles, was er schreibt.

Er neigt zu Übertreibungen, schmückt seine Geschichten dramatisch aus.

Das etwas nur geschieht, ist ihm zu wenig, er möchte, dass die Ereignisse einen himmlischen, einen endgültigen Sinn erhalten.

Eines aber ist unumstößlich wahr: Die alte Jenta ist Jakobs Großmutter.