Ja, die Krankenkassen

03.09.2019

Wohl jeder Kranke verbindet mit einer neuen Medikation den Wunsch nach einer Verbesserung seines Zustands. Wir Rheumatiker sowieso. Für uns gibt es zu Beginn der Rheumakarriere in der Regel nacheinander die guten alten DMARDS (Disease Modifying Anti-Rheumatic drugs), die sogenannten Basismedikamente, die als Tabletten oder in Spritzenform eingenommen werden und das überschießende Immunsystem in den Griff kriegen sollen: MTX, Leflunomid, Sulfasalazin. 

Gerne in weiterer Kombination mit Kortison, denn es dauert pro Mittel bis zu einem halben Jahr, um über die Wirksamkeit entscheiden zu können. 

Die Krankenkassen sehen gerne, dass hier sämtliche Mittel und Kombinationen ausprobiert werden. Diese Mittel sind relativ günstig, einigermaßen gut mit Studien erprobt - und oftmals in der Apotheke nicht zu bekommen. 


Die pharmazeutisch-technische Angestellte sieht mich unter ihrem Kopftuch kopfschüttelnd an: "Aber das müssen die doch wissen, oben in der Praxis. Da stehen 100 Stück drauf, das ist nicht lieferbar. Schon lange nicht mehr. Kommt auch erstmal nicht wieder: Lieferengpass." 

Ich guck verdutzt "Was mach ich denn jetzt?" "Sie könnten woanders fragen, andere Apotheke, liegt vielleicht noch rum". Jetzt schüttel ich den Kopf "Die Schmerzen....". "Ok, ich hab noch die 300er. Ich ruf oben an, ob Sie die kriegen dürfen". Minuten später drückt sie mir eine Art Krankenhauspackung Sulfasalazin in die Hand. "Ich soll erstmal probieren... naja egal". 

In der Rheumapraxis laufen derweil die Vorbereitungen für meine Behandlung mit einem der neuen Biologicals, einem TNF-Blocker. 

Aber zunächst muss die Krankenkasse zufriedengestellt werden...koste es, was es wolle...


Vielen Dank für das Foto an Arek Socha auf Pixabay.