Einatmen. Ausatmen. Glücklich sein.

16.03.2020

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Wenn man sich in einer neuen Situation wiederfindet, wie es uns allen gerade mit dem Corona-Virus passiert, das Leben plötzlich stillsteht, dann kann man das auch als Chance sehen.

Das gilt für die Gesellschaft wie für den Einzelnen.

Und man kann sich fragen: Wo stehe ich nun eigentlich? Wo komme ich her? Und wo würde ich hinwollen, wenn ich dürfte?

Jetzt ist Zeit für solche Fragen.

Mein Blick fiel gestern auf das Buch "Einatmen. Ausatmen. Glücklich sein. Mein Achtsamkeitsprojekt in Listen", das vor drei Wochen bei arsEdition erschienen ist. Über sehr schöne affirmative Bilder und kurze Texte gibt dieses Achtsamkeitsbuch Anregungen, niederzuschreiben, was einen selbst ausmacht, ausmachen könnte, ausmachen wird. Freie Seiten laden zum freien Schreiben ein.

Autorin dieses Buches wird so die Leserin selbst - und lernt gleich noch etwas über sich und über das Leben. Wie sinnvoll, dies gerade in Krisenzeiten zu tun!

Es ist erwiesen, dass das handschriftliche Schreiben viele gute Eigenschaften hat. Wir sind ja inzwischen eher zu Fotografierenden geworden - das Handschriftliche blieb auf der Strecke. Nur sehr alte Leute sieht man noch, wie sie die Fahrpläne ihrer Busse von Hand notieren.

Aber es ist nicht wirklich lange her, dass Stift und Zettel bei allen zur täglichen Ausrüstung gehörten. Wir können das noch benutzen!

Hier ein paar (Fun)facts und Gedankenanregungen, die ich aus dem Netz gefischt habe, um mir selbst Gedanken dazu zu machen:

Mit der Hand zu schreiben geht schneller, weil Worte bewusster gewählt werden können.

Der Stift wirkt wie eine direkte Verlängerung des Gehirns, unsere Fantasie und unsere Vorstellungskraft werden gestärkt. Unser Hirn denkt auch mit der Hand. Viele Autor*innen schwören auf den ersten Handschriftsentwurf ihrer Texte.

Was man mal aufgeschrieben hat, brennt sich ins Gehirn ein. Wir erinnern uns noch an die Spickzettel in der Schule. Es funktioniert aber auch mit dem Einkaufszettel, der auf dem Küchentisch liegengeblieben ist.

Unser Gehirn liebt das Chaos. Was Unordentliches kann es sich prima merken. Auf der Tastatur sieht jeder Buchstabe immer gleich aus. Unserer Handschrift kann man ansehen, wie wir uns gerade fühlten, als wir schrieben: gehetzt, entspannt, großzügig, kleinkariert. Kritzeln ist menschlich.

Handschrift ist individuell. Niemand anders schreibt so wie ich. Ich schreibe, also bin ich.

Die schönste Form des Schreibens neben dem Briefeschreiben ist das Tagebuchschreiben. Man bekommt sein Leben besser in den Griff:

Schon zehn Minuten täglich können helfen, Probleme zu erfassen und damit Ängste kleiner werden zu lassen. Dann sinkt auch der Stresslevel.

Es kann gut tun, Frustrationen, Sorgen, Ängste einfach mal beim Namen zu nennen. Viele von ihnen nehmen dann Reißaus und schaffen Platz für positive Gedanken, liebevolle Emotionen, schöne Zukunftsvisionen.

Der Tagebuchschreiber kann sich selbst die Welt erklären, indem er sie formuliert. Was man nicht verstanden hat, über das kann man noch in Ruhe nachdenken.

Für viele Bereiche ruft das Buch zu aufmerksamem Nachdenken auf:

Jahreszeiten, Reiseträume. Ordnung schaffen, Lieblingszitate, Lieblingsfilme und so weiter. Eine Begegnung mit sich selbst kann sehr erfüllend sein - eben auch und gerade in der Krise!

Die wahre Lebensweisheit besteht darin, 

im Alltäglichen das Wunderbare zu sehen. 

Pearl S. Buck (Literaturnobelpreisträgerin 1938)


Benutzen wir doch einfach mal alle die Nummer 21 aus dem Buch und denken nach über:

Glücklicher Zufall oder Wohlwollen des Schicksals - Dinge, die sich einfach so perfekt zusammengefügt haben.

Nachdenken und aufschreiben. Mehr können wir vielleicht gerade gar nicht tun. Und müssen es auch nicht. Viele gute Sachen passieren ganz ohne unser Zutun!