Die Autorin Sigrid Undset

05.03.2020

Foto: By Aage Remfeldt / Aage Rasmussen (1889-1983) - https://nobelprize.org/nobel_prizes/literature/laureates/1928/undset-autobio.html, Public Domain, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6282108


Es gab einmal eine Zeit, da wurden noch Buchmessen veranstaltet. Genau genommen war das im letzten Jahr in Frankfurt.  Im Oktober - und das Gastland war Norwegen. Und da wurde natürlich auch an Sigrid Undset erinnert:

https://norway2019.com/de/news/vom-kranz-bis-zum-kreuz-nobelpreistraegerin-sigrid-undset-1882-1949

Das hilft mir jetzt dabei - ohne große Recherchearbeit - die Autorin, den mächtigen Roman KRISTIN LAVRANSTOCHTER und später dann  OLAV AUDUNSSOHN richtig einzuordnen.

Sigrid Undset ist die Autorin, die ihr Publikum gerne mal ein bisschen herausfordert:

Ihr literarisches Debüt gab sie mit dem zeitgenössischen Roman Frau Marta Oulie im Jahr 1907. Er wurde mit dem Satz "Ich war meinem Ehemann untreu" eröffnet, ein Schock für Undsets Zeitgenossen.

Zu Undset gehört ein Satz wie

 Die Liebe schafft keine Gesetze, sie bricht alle. 

Wobei aus ihrer Feder die unglücklichen Lieben eher fließen als die glücklichen.


Sie ist die Fachfrau fürs Mittelalter:

Ihre Mittelalter-Romane bereitete sie mit gründlichen and langwierigen Recherchen vor und schrieb die eindrucksvolle Trilogie über Kristin Lavranstochter: Der Kranz, Die Frau und Das Kreuz. Die Serie folgt dem Leben der Hauptfigur Kristin von deren Kindheit bis zum Pesttod in einem Kloster. Wenig später folgte die Geschichte von Olav Auduns Sohn, in der Gnade zu einem wichtigen Thema wurde.


Sie ist die Fachfrau für den "katholischen Roman", was immer das ist:

Durch ihre Arbeit an den mittelalterlichen Romanen kam Sigrid Undset dem Katholizismus nahe und sie konvertierte 1924 zum katholischen Glauben. Sie wurde als Schwester in den Dominikanerorden aufgenommen und erhielt den Namen Olave nach ihrem Lieblingsheiligen St. Olav.

Undset ist die Frau, die anders handelt als sie selbst denkt:

Undset dachte, eine Frau sollte einen Mann heiraten, den sie ihren Herrn nennen und dem gegenüber sie unterwürfig sein könne. Sie heiratete den Maler Anders Castus Svarstad, den sie in Rom kennengelernt hatte. Unterwarf sie sich ihrem Ehemann? Sie wurden geschieden und sie wurde alleinerziehende Mutter für ihre drei Kinder.

Undset ist die emanzipierte Frau, die anders denkt als die anderen emanzipierten Frauen:

Sie schrieb Artikel über Frauen und deren Rolle in der Gesellschaft. Sie war der Ansicht, die wichtigste Aufgabe einer Frau seien die Kinder. Kinder zu haben sei keine Arbeit, sondern der Sinn des Lebens, dachte sie. Sie sammelte ihre Ansichten in «Standpunkte einer Frau», das 1919 herauskam. Ihre dortigen Aussagen brachten Sie in Konflikt mit der Frauenrechtsbewegung.

Da bin ich jetzt gespannt, wieviel von diesen Vorgaben ich in den Romanen aufspüren kann.