Bischöfe

06.01.2020

Ort: Bischofssitz in Kamieniec

Zeit: 1756

Die Sache landet schließlich und endlich auf dem Tisch des zuständigen Bischofs Dembowski. Bischof? Allerhand Kapitel vorher hatte ich den Bischof Soltyk aus Kiew kennengelernt. Dieser, ein süchtiger Spieler, hatte die bischöflichen Insignien verpfändet, um seine Spielschulden zu begleichen. Ausgerechnet an die Juden von Schytomir, denen er die Insignien förmlich aufdrängte.

Die hatten sich dagegen gewehrt, denn

Wenn das bei uns gefunden wird, zieht man uns gleich das Fell über die Ohren.

Als Soltyk sein Geld nicht zurückgewinnen kann, erfasst ihn der Hass auf die Juden. Er sorgt dafür, dass sie zu einem grausamen Tod verurteilt werden. Ihnen werden Arme und Hände mit Hanf umwickelt, mit Pech belegt und angezündet. Sie werden lebend gevierteilt, die Häupter auf Pfähle gesteckt, die Viertel an die selben Pfähle angesteckt".

Bischof Dembowski ist ein guter Mensch, so glaubt er von sich. Leider erliegt er dann und wann dem körperlichen Verlangen. Doch dann tut er Buße und alles ist gut.

Er schreibt

Saptai Zwinisten

Sabdai Zwinisten

Sabtaizwilisten

Sabtaiwinzisten

Sabtaziniten

Saptaziten

"Wie schreiben die sich denn nun?"

So fragt er Pater Pikulski, der als Sachkundiger in einer speziellen Angelegenheit arbeitet und mit einer Bürgschaft durch den oben erwähnten Bischof Soltyk aus dem Kloster extra an den Bischofssitz gerufen wurde.

"Es wäre besser, Euer Exzellenz schriebe "Contratalmudisten", da sie sich gegen den Talmud wenden. Das einfache Volk nennt sie "Sabtaizwinisten"."

Bischof Dembowski hat ein Schreiben erhalten von den Ältesten der jüdischen Gemeinden Lanckorun und Satanow. Sie bitten ihn um Intervention. Immer mehr Juden wendeten sich vom mosaischen Gesetz ab - und zögen die ältesten Traditionen in den Schmutz.

Der Bischof weiß, um was für Leute es sich bei den Juden handelt:

 Wenn einer von ihnen des Betrugs bezichtigt wurde (...) bezeugten die anderen seine Ehrlichkeit und wälzten die Schuld auf einen Außenstehenden ab.

Er findet, er hat genug Ärger mit den hiesigen Juden. (...) 

Wo man sie auch hinauswirft, immer kommen sie auf Schleichwegen wieder zurück, wie Unkraut sind sie, dessen man nicht Herr werden kann. Es sei denn, man risse sie ein für alle Mal mit der Wurzel aus.

Eines allerdings erfreut ihn an dieser neuen Sorte von Juden. Sie sagen auch, Gott bestehe in drei Personen, und dieser Gott habe in einem menschlichen Körper auf der Erde geweilt.

Aber warum nur muss ausgerechnet er sich mit all dem beschäftigen?